29. Tuberkulose-Symposium

Donnerstag, 26. März 2020 - Magglingen

Die Inzidenz der Tuberkulose ist in der Schweiz seit mehreren Jahren stabil, ebenso wie die Inzidenz der multiresistenten (MDR-TB) und ultraresistenten (XDR-TB) Tuberkulose. Die Tuberkulose bleibt jedoch eine tägliche Herausforderung. Sie stellt sich manchmal in aussergewöhnlicher Weise dar und betrifft oft Personen aus schwierigen sozialen Kontexten (prekäre oder unsichere Lebensverhältnisse).

Am Vormittag beschreiben wir den Tuberkulose-Alltag in der Schweiz: Zugang zur medizinischen Versorgung und ihre Schwierigkeiten, Analyse der Aufenthaltsdauer im Spital bei Tuberkulose, aussergewöhnliche klinische Präsentationen, die Rolle der Chirurgie bei schwierigen Fällen, insbesondere bei XDR, und schliesslich die vom BAG erhobenen und analysierten Behandlungsergebnisse.

Obwohl MDR-TB und XDR-TB Fälle in der Schweiz nach wie vor selten sind, wirft ihre Behandlung neue pharmakologische Probleme auf. Es ist wichtig, sich nicht nur auf genotypische und phänotypische Empfindlichkeitstests zu verlassen. Zusätzlich müssen die von uns verschriebenen Medikamente resorbiert werden, damit ausreichend hohe Serumspiegel gewährleistet werden.

Die Überwachung der Serumspiegel von Tuberkulostatika der ersten und zweiten Behandlungslinie wurde lange vernachlässigt, weil ihr Nutzen unsicher war. Nun wird dieses Thema wieder aktuell und könnte ermöglichen, unsere Verschreibungspraxis zu verbessern und zu verfeinern. Die komplementären Rollen der Empfindlichkeitstests und der Überwachung der Serumspiegel werden im Mittelpunkt unserer Diskussionen stehen, ebenso wie die seit mehreren Jahren diskutierte Dosierung von Rifampicin, die in unserer Praxis vielleicht unzureichend ist.

Im Namen des wissenschaftlichen Komitees:
Jean-Marie Egger
Jean-Paul Janssens
Aylin Jaspersen
Jesica Mazza-Stalder
Laurent P. Nicod
Otto Schoch

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